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„Biß in die fünffte zungen“. Szenen des Dolmetschens in frühneuzeitlichen Amerikareiseberichten
Autor(in)

Detering, Nicolas

Erschienen
15. März 2025
ISSN

E-ISSN: 2751-515X

P-ISSN: 1431-7451

DOI

10.3196/2751515x24283485

Seitenbereich

389-402

Zusammenfsg.

Der Artikel untersucht einige prägnante Szenen des Dolmetschens in frühneuzeitlichen Amerikareiseberichten und argumentiert, dass der Akt des mündlichen Übersetzens eine kulturelle Transgression darstellt, der man zeitgenössisch durchaus mit Misstrauen begegnet. Auffällig oft verwirren Dolmetscherfiguren die Kommunikation zwischen Europäern und Ureinwohnern eher oder agieren als Betrüger und Überläufer. Damit korrespondieren die Episoden, in denen sie auftreten, mit einem Topos der Übersetzungspoetik der Zeit: Das Übersetzen erfordert eine Art ‚Seitenwechsel‘, der es notwendig erscheinen lässt, den Ursprungstext und die Ursprungskultur zu verlassen und sich in das ‚Dazwischen‘ der Kulturen zu begeben. The article examines some striking scenes of interpreting in Early Modern accounts of travel to the Americas and argues that the act of oral translation represents a cultural transgression that was met with suspicion at the time. Conspicuously often, interpreter figures tend to confuse communication between Europeans and Native Americans or act as deceivers and defectors. The episodes in which they appear thus correspond to a topos used in the poetics of translation at the time: Translation requires a kind of ‚change of sides‘, which makes it seem necessary to leave the original text and the original culture and enter the ‚in-between‘ of cultures.