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Misogynie als Meme – zur Funktion von frauenfeindlichen Online-Hasskampagnen am Beispiel Amber Heard / Veronika Kracher (Amadeu Antonio Stiftung)
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Autor(in)

Kracher, Veronika

Erschienen
2023
Seitenbereich

258 - 267

Schlagwort(e)

Misogynie, Online-Hasskampagne

Zusammenfsg.

Misogynie, von der Philosophin Kate Manne als „Straf- und Kontrollmechanismus des Patriarchats“ definiert, ist ein integraler Bestandteil antifeministischer und vor allem rechtsradikaler Politik. Ihre Funktion ist es, Frauen, die sich patriarchalen Vorstellungen von Weiblichkeit verweigern, dafür zu sanktionieren – in der Regel durch öffentliche Demütigung. Auch wenn diese Kampagnen integraler Bestandteil patriarchaler Politik und Kulturindustrie sind, haben soziale Medien noch einmal entschieden dazu beigetragen, die aktive Partizipation an diesen Angriffen für die breite Masse zu ermöglichen. Da Misogynie und Antifeminismus regelmäßig als Türöffner nach Rechtsaußen fungieren, stellen diese Angriffe nicht nur eine Bedrohung für die Betroffenen, sondern für eine demokratische und progressive Gesellschaft als solche dar: Es ist bezeichnend, dass vor allem Feministinnen zum Opfer dieser Kampagnen auserkoren werden. Dieser Text soll aufzeigen, was die Funktion hinter misogynen Hasskampagnen ist, wie sie ablaufen und exemplarisch am Beispiel der Angriffe gegen Amber Heard beleuchten, inwieweit sie in gesellschaftlich vermittelter, systematischer patriarchaler Gewalt zu verorten sind.