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  1. A-Z
  2. Annalen der Physik
  3. 1866
  4. Band 204
  5. Heft 5
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Mineralogische Mittheilungen
Autor(in)

vom Rath, G.

Referenz

machte ich in Penzanze die Bekanntschaft des Ingenieurs Henwood, der mir die sehr schwer zugängliche Fundstelle des Axinits zu zeigen versprach. In etwa 20 Minuten Entfernung westlich von St. Just fällt die aus Granit bestehende Küste an 200 Fuss fast saiger ins Meer hinab; an einer Stelle tritt etwa in Mannshöhe unter dem obersten Rande eine etwa vier Zoll breite Kante vor, auf die wir uns, einer den anderen unterstützend, ohne jeden anderen Anhalt als die glatte Felswand, hinabliessen. So bedächtig voranschreitend erreichten wir in etwa 20 Fuss Entfernung einen kleinen, auf keine andere Weise erreichbaren, freien Platz, von dem aus man um den Vorsprung eines Felsens zu einer eingelagerten Diorit-Partie gelangte, in der sich der Axinit in Schnüren bis zu 3 Zoll Dicke zeigte, der sich mit Schlägel und Eisen leicht von dem festeren Nebengestein trennen liefs. Da nur wenig mitgenommen wurde, so liess ich mich am nächsten Tage zum alleinigen Wiederbesuche verleiten. Als ich aber bei unsicheren Hinablassen in der Lnft über der furchtbarsten Brandung schwebte, zweifelte ich, ob das tollkühne Unternehmen in dieser ganz menschenleeren Oede gelingen würde. Nach überstandener Gefahr versorgte ich mich dann auch mit so vielen Stücken, als ich nur auf dem weniger gefahrvollen Rückwege tragen konnte; und jene Vorräthe sind selbst bis heute nicht erschöpft. Ich bin nie wieder an jene Stelle gelangt, und weiss nicht, ob dieselbe jetzt nach 28 Jahren zugänglicher geworden ist.“ - Anmerkung 2 Es möge hier eine Mittheilung über das Vorkommen des Axinits am Monzoni gestattet seyn. Dieser Berg, einer der merkwürdigsten der Erde, besteht seiner Hauptmasse nach aus Syenit, welches Gestein über einen Raum von etwa 4 Kilom. von Ost- West und etwa 3 von Nord nach Süd verbreitet, den 8570 Fuss hohen Gipfel bildet. Die Syenitmasse erhebt sich gegen Nord und Süd aus tiefen Thälern; gegen Ost und West wird sie eingeschlossen von Dolomit- und Kalkstein-Massen. Von Nord aus, vom Berge Bufaure, wohin der Monzoni einen furchtbaren Felsabsturz wendet, übersieht man das kolossale Profil der Syenitmasse. Ihre Gränzen beiderseits gegen die Kalkmassen, convergiren nach der Tiefe. Das Eruptivgestein breitet sich aus nach der Höhe. Aus dem 3 bis 4 tausend Fuss hohen nördlichen Felsabsturz ragen gleich kolossalen Rippen mächtige Gänge von Hyperthenit hervor, welche nordsüdlich streichend, steil fallend in grosser Zahl das Syenitgebirge durchsetzen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Kalkstein-Massen, welche theils allseitig von den Eruptivgesteinen umschlossen werden, theils denselben aufruhen; stets aber sey es der ganzen Masse nach, sey es nur an der Gränze die vom Syenit und Hyperthenit ausgehenden metamorphischen Einwirkungen offenbaren, und dadurch eine so lehrreiche Analogie darbeiten zu den umgeönderten Kalksteinstücken, welche in so grosser Zahl im mittelitaliänischen Vulkangebiete von Pitigliano bis zum Vesuv sich zerstreut finden. - Aus dem nördlichen Thalgrunde stieg ich (1862)

p20_1) Diese Ann. Bd. CXXII, S. 371.

p21_1) Cristallographie ou description des formes propres à tous les corps du regne mineral, T. II, p. 353.

p22_1) Lehrbuch der Mineralogie, übers. von Karsten und Weifs, Diese Ann. Bd. III, S. 25. (1806.)

p44_1) Anmerk. 1. Ueber das Vorkommen zu Botallak hatte Hr. Dr. Aug. Krantz die Güte mir Folgendes mitzutheilen: „Bei meinem ersten Besuche Cornwall's im Herbste 1838

v. Senger in seiner Oryktognoise Tyrols, welche Angabe in viele Lehrbücher übergegangen ist. Doch wurde in dem verdienstvollen Werke „Die Mineralien Tyrols“ von Liebener und Vorhauser jenes Vorkommen nicht erwähnt „weil in keiner Sammlung Tyrols ein Exemplar zu finden war und deshalb eine Täuschung vermuthet wurde.“ „Allein vor drei Jahren ist der Axinit an der bezeichneten Stelle wirklich so wie ihn v. Senger beschreibt wieder gefunden worden.“ (Nachtrag zu den Min. Tyrols von Liebener und Vorhauser 1866);

welche Auffindung ohne Zweifel durch meinen trefflichen Führer Bernard mitgetheilt worden ist. - Ueber die Gegend des Monzoni vergl. v. Richthofen, Predazzo, St. Cassian und die Seisser Alp S. 252.

zur Seite der mittleren und grössten Hypersthenit-Gangmasse empor. Dieser Gang fällt unter 70° bis 75° gegen O, ist tafelförmig abgesondert, indem die Labradortafeln vorzugsweise parallel der Gangmasse liegen, wodurch eine vollkommen schiefrige Hypersthenit- Varietät entsteht. Die Masse des Ganges wird wiederum von einem Netzwerk sich allseitig verzweigender Adern durchsetzt. Im unteren Theile dieser Gangmasse trifft man eine jener metamorphosirten Kalksteinpartien. Serpentin (welcher auch im Hypersthenit gangähnliche Lager bildet) lagert auf der Gränze zwischen Kalkstein und dem Eruptivgesteine, und zieht sich in horizontalen Streifen durch die Kalkstein-Scholle. Diese ist die hauptsächliche Lagerstätte des Fassaits, welcher mit Granat und Vesuvian vergesellschaftet ist. Andere Punkte ähnlicher Art liefern Gehlenit, Epidot, schwarzen Spinell, den sog. Brandisit u. a. Weiter durch einen ungangbaren Felsriss zur schneidigen Kante aufsteigend, sah ich Chabasit in grösster Verbreitrung die Flächen der Hypersthenitklüfte bedeckend. Derber brauner Granat bildet fussmächtige, unregelmässig verzweigte Gänge: in Drusen: grüne, strahlige Hornblende, Magnesiaglimmer, Granat, Epidot, Prehnit, Kalkspath. Nahe dem Kamme in etwa 8000 Fuss Höhe (wo in Gängen eines wie zerfressen aussehenden Quarzes kleine Prehnit-Kugeln bemerkt wurden) fand ich den Axinit, in blättrig-krystallinischen Massen, mit braunem Granat und Kalkspath zollmächtige Gänge des körnigen Hypersthenfels erfüllend. Den Axinit vom Monzoni kennt bereits (1821)

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